Alois Hitler ist vor allem als Vater von Adolf Hitler bekannt. Sein eigenes Leben war jedoch von einer ungewöhnlichen Familiengeschichte, gesellschaftlichem Aufstieg und mehreren beruflichen Stationen geprägt. Geboren wurde er als Aloys Schicklgruber und arbeitete sich trotz geringer Schulbildung bis in den österreichischen Zoll- und Finanzdienst hoch. Seine Herkunft, seine drei Ehen und seine Kinder gehören bis heute zu den wichtigsten Themen der historischen Forschung über die Familie Hitler.
Kurzbiografie von Alois Hitler
| Attribut | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Alois Hitler |
| Geburtsname | Aloys Schicklgruber |
| Bekannt als | Vater von Adolf Hitler |
| Beruf | Österreichischer Zoll- und Finanzbeamter |
| Geburtsdatum | 7. Juni 1837 |
| Alter beim Tod | 65 Jahre |
| Geburtsort | Strones, Niederösterreich |
| Nationalität | Österreichisch |
| Ausbildung | Volksschule und Schuhmacherlehre |
| Familienstand | Dreimal verheiratet; zuletzt mit Klara Pölzl |
| Kinder | Acht gut belegte Kinder |
| Vermögen | Kein verlässlich belegter Nettovermögenswert |
| Todesdatum | 3. Januar 1903 |
Alois Hitler wurde als Aloys Schicklgruber geboren
Alois Hitler wurde am 7. Juni 1837 in Strones im niederösterreichischen Waldviertel geboren. Sein ursprünglicher Name lautete Aloys Schicklgruber. Zum Zeitpunkt seiner Geburt gehörte die Region zum Kaisertum Österreich, weshalb er historisch als österreichischer Untertan der Habsburgermonarchie einzuordnen ist.
Seine Mutter war Maria Anna Schicklgruber. Sie brachte ihn unehelich zur Welt, und im ursprünglichen Taufeintrag wurde kein Vater vermerkt. Diese ungeklärte Vaterschaft führte später zu zahlreichen Spekulationen über seine Abstammung.
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Wer war der Vater von Alois Hitler?
Die Identität seines biologischen Vaters lässt sich bis heute nicht zweifelsfrei feststellen. Maria Anna Schicklgruber heiratete später Johann Georg Hiedler, der Jahrzehnte nach Alois‘ Geburt offiziell als Vater in die Unterlagen eingetragen wurde.
Auch Johann Georgs Bruder Johann Nepomuk Hiedler wird von Historikern als möglicher biologischer Vater diskutiert. Alois verbrachte einen Teil seiner Kindheit bei Johann Nepomuk, was diese Vermutung zusätzlich beförderte. Für die häufig wiederholte Behauptung, Adolf Hitlers Großvater väterlicherseits sei jüdischer Herkunft gewesen, gibt es dagegen keine belastbaren historischen Belege.
Warum änderte sich der Familienname?
Bis ins Erwachsenenalter hieß er Alois Schicklgruber. Im Jahr 1876 wurde Johann Georg Hiedler nachträglich als Vater eingetragen, und Alois übernahm anschließend die Namensform Hitler.
Die Schreibweisen Hiedler, Hüttler und Hitler kamen in der Region in unterschiedlichen Varianten vor. Wichtig ist dabei: Adolf Hitler selbst hieß nie Schicklgruber. Die Namensänderung seines Vaters erfolgte mehr als ein Jahrzehnt vor Adolfs Geburt.
Kindheit, Ausbildung und frühes Leben

Alois wuchs in einfachen ländlichen Verhältnissen auf. Seine formale Bildung beschränkte sich im Wesentlichen auf die Volksschule. Eine höhere Schule oder Universität besuchte er nicht.
Als Jugendlicher erlernte er das Schuhmacherhandwerk und wurde Anfang der 1850er-Jahre als Geselle freigesprochen. Anschließend ging er nach Wien. Trotz seiner begrenzten Schulbildung gelang ihm später ein bemerkenswerter beruflicher Aufstieg.
Neuere Forschungen zeigen zudem, dass er sich schriftlich vergleichsweise sicher ausdrücken konnte. Er gilt deshalb als jemand, der sich einen Teil seines Wissens außerhalb formaler Bildung selbst aneignete.
Karriere im Zoll- und Finanzdienst
1855 trat Alois Hitler in die österreichische Finanzwache ein. In den folgenden Jahrzehnten stieg er innerhalb des Staatsdienstes schrittweise auf und übernahm verschiedene Aufgaben in der Finanz- und Zollverwaltung.
Seine Laufbahn führte ihn unter anderem nach Braunau am Inn und in andere Orte der Habsburgermonarchie. Für jemanden mit seiner sozialen Herkunft und begrenzten Schulbildung war dieser Aufstieg durchaus ungewöhnlich.
Sein Haupteinkommen stammte aus seinem Beamtengehalt. Nach rund vier Jahrzehnten im Staatsdienst ging er 1895 in Pension. Ein seriös belegter moderner Vermögenswert existiert nicht, weshalb genaue Angaben zu einem angeblichen Nettovermögen spekulativ wären.
Die drei Ehefrauen von Alois Hitler
Alois war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er mit Anna Glasl-Hörer. Neuere österreichische Quellen datieren die Hochzeit auf den 26. April 1864. Die Ehe blieb kinderlos und zerbrach später faktisch; Anna starb 1883.
Seine zweite Ehefrau war Franziska Matzelsberger. Mit ihr hatte er bereits vor der Hochzeit einen Sohn. Nach dem Tod seiner ersten Frau heirateten Alois und Franziska im Mai 1883. Franziska starb jedoch bereits im August 1884 an Tuberkulose.
Ehe mit Klara Pölzl
Am 7. Januar 1885 heiratete Alois Klara Pölzl. Aufgrund ihrer verwandtschaftlichen Beziehung war eine kirchliche Genehmigung erforderlich.
Klara hatte zuvor in seinem Haushalt gearbeitet und wurde später die Mutter Adolf Hitlers. Sie blieb bis zu Alois‘ Tod 1903 mit ihm verheiratet.
Die Kinder von Alois Hitler
Mit Franziska Matzelsberger hatte Alois zwei Kinder: Alois Hitler junior und Angela Hitler. Aus seiner Ehe mit Klara Pölzl gingen sechs weitere Kinder hervor: Gustav, Ida, Adolf, Otto, Edmund und Paula Hitler.
Von den sechs Kindern aus der Ehe mit Klara erreichten nur Adolf und Paula das Erwachsenenalter. Mehrere der Geschwister starben bereits im Säuglings- oder Kindesalter.
Die gut belegte Familiengeschichte umfasst damit acht Kinder aus seinen beiden späteren Beziehungen. Behauptungen über zusätzliche uneheliche Kinder sind nicht ausreichend gesichert und sollten nicht als feststehende Tatsache dargestellt werden.
Verhältnis zwischen Alois und Adolf Hitler
Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird in zahlreichen historischen Darstellungen als angespannt beschrieben. Alois wollte offenbar, dass Adolf einen geregelten beruflichen Weg einschlug, möglichst in Richtung einer Beamtenlaufbahn.
Adolf interessierte sich dagegen früh für Kunst und wollte Künstler werden. Daraus entstanden Konflikte. Alois wird in verschiedenen Quellen als streng und autoritär beschrieben, und Berichte über körperliche Bestrafungen innerhalb der Familie gelten unter Historikern als plausibel.
Eine einfache direkte Erklärung für Adolf Hitlers spätere Ideologie oder seine Verbrechen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Familienerfahrungen sind ein biografischer Faktor, aber keine ausreichende Ursache für spätere politische Radikalisierung.
Religion, Lebensstil und Interessen
Die Familie lebte in einem katholisch geprägten Umfeld. Kirchenbücher sind deshalb bis heute wichtige Quellen für Geburten, Hochzeiten und Todesfälle innerhalb der Familie.
Nach seiner Pensionierung interessierte sich Alois besonders für Landwirtschaft und Bienenzucht. 1895 kaufte die Familie einen Bauernhof in Hafeld. Das landwirtschaftliche Vorhaben entwickelte sich jedoch nicht dauerhaft erfolgreich, und die Familie zog später weiter.
Die wiederentdeckten Briefe
Für die moderne Forschung sind 31 erhaltene Briefe von Alois Hitler besonders bedeutend. Der österreichische Historiker Roman Sandgruber wertete sie für seine Forschungen aus.
Die Briefe stammen vor allem aus der Zeit rund um den Kauf des Bauernhofs. Sie behandeln finanzielle Fragen, Landwirtschaft, Dienstboten und organisatorische Probleme des Familienalltags. Dadurch ermöglichen sie einen direkteren Blick auf Alois‘ Persönlichkeit und sein wirtschaftliches Denken.
Sie zeigen außerdem, dass Klara in finanziellen Angelegenheiten eigenständiger handelte, als es ältere Darstellungen teilweise vermuten ließen.
Tod und Todesursache
Alois Hitler starb am 3. Januar 1903 im Alter von 65 Jahren in Leonding. Historischen Berichten zufolge brach er am Morgen seines Todes in einem Gasthaus plötzlich zusammen.
Als Todesursache wird in historischen Unterlagen eine Lungenblutung genannt. Adolf war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt.
Was geschah mit seinem Grab?
Alois wurde auf dem Friedhof von Leonding beigesetzt. Seine Frau Klara, die 1907 starb, wurde später im selben Grab bestattet.
Im Jahr 2012 wurde der Grabstein entfernt und das Nutzungsrecht der Grabstätte aufgegeben. Hintergrund war unter anderem, dass die Stelle wiederholt von Rechtsextremisten besucht worden war. Eine Exhumierung fand dabei nicht statt.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde Alois Hitler geboren?
Alois Hitler wurde am 7. Juni 1837 als Aloys Schicklgruber in Niederösterreich geboren.
Wer waren die Ehefrauen von Alois Hitler?
Er war dreimal verheiratet; seine dritte Ehefrau war Klara Pölzl, die Mutter Adolf Hitlers.
Wie viele Kinder hatte Alois Hitler?
Mit Klara Pölzl hatte er sechs Kinder; außerdem hatte er zwei ältere Kinder aus seiner zweiten Ehe.
Was war der Beruf von Alois Hitler?
Er arbeitete als österreichischer Zollbeamter und gehörte dem mittleren Staatsdienst an.
Warum hieß Alois Hitler ursprünglich Schicklgruber?
Er wurde unehelich geboren und trug zunächst den Familiennamen seiner Mutter. 1876 änderte er seinen Nachnamen in Hitler.
Fazit
Alois Hitler wurde 1837 als Aloys Schicklgruber geboren und arbeitete sich aus einfachen Verhältnissen zu einem österreichischen Zollbeamten hoch. Seine ungeklärte biologische Vaterschaft, die spätere Namensänderung, drei Ehen und acht gut belegte Kinder prägen seine Familiengeschichte.
Historisch bedeutsam ist er heute vor allem als Vater Adolf Hitlers. Gleichzeitig zeigen Kirchenbücher, Verwaltungsunterlagen und die wiederentdeckten Briefe, dass sein eigenes Leben differenzierter war, als es verkürzte Darstellungen oft vermuten lassen. Eine seriöse Biografie sollte deshalb klar zwischen belegten Fakten, plausiblen Einschätzungen und unbelegten Behauptungen unterscheiden.
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