Christa Müller ist eine deutsche Volkswirtin, ehemalige Politikerin und Autorin, die vor allem durch ihre Ehe mit Oskar Lafontaine bekannt wurde. Ihre Biografie umfasst jedoch weit mehr als diese Beziehung. Sie arbeitete in der Wirtschaftspolitik, veröffentlichte Bücher zu Familienfragen und gründete eine Hilfsorganisation gegen weibliche Genitalverstümmelung. Auch nach ihrer Scheidung im Jahr 2013 setzte sie ihr gesellschaftliches Engagement fort.
Kurzbiografie von Christa Müller
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Vollständiger Name | Christa Müller |
| Bekannt als | Ex-Frau von Oskar Lafontaine |
| Geburtsdatum | 9. Mai 1956 (laut biografischen Angaben) |
| Alter | 70 Jahre (Stand: Oktober 2026) |
| Geburtsort | Frankfurt am Main, Deutschland |
| Nationalität | Deutsch |
| Beruf | Volkswirtin, ehemalige Politikerin und Autorin |
| Ausbildung | Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre |
| Familienstand | Geschieden; Ehe mit Oskar Lafontaine (1993–2013) |
| Kinder | Ein gemeinsamer Sohn mit Oskar Lafontaine, Carl Maurice Lafontaine (geboren 1997) |
| Politische Laufbahn | SPD, WASG und Die Linke; ehemalige familienpolitische Sprecherin der saarländischen Linken |
| Bekannte Werke | Keine Angst vor der Globalisierung (1998), Achtung Hausfrau! (2006), Dein Kind will dich (2007) |
| Heutige Tätigkeit | Vorstandsvorsitzende und Gründerin von (I)NTACT e. V., einer Organisation gegen weibliche Genitalverstümmelung |
Wer ist Christa Müller?
Christa Müller wurde nach biografischen Angaben am 9. Mai 1956 in Frankfurt am Main geboren. Sie war zunächst Mitglied der SPD und wechselte später zur WASG und zur Partei Die Linke. Neben wirtschaftspolitischen Fragen beschäftigte sie sich besonders mit der gesellschaftlichen Anerkennung von Erziehungs- und Pflegearbeit.
Von 1993 bis 2013 war sie mit dem ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten und Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine verheiratet. Aus der Ehe stammt ein gemeinsamer Sohn. Einen weiteren Schwerpunkt ihres Lebens bildet der 1996 gegründete Verein (I)NTACT, dessen Vorstandsvorsitzende sie weiterhin ist.
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Herkunft, Kindheit und Ausbildung
Christa Müller stammt laut veröffentlichten biografischen Angaben aus einer Frankfurter Hoteliersfamilie. Über ihre Kindheit, ihre Eltern und ihre Schulzeit liegen nur wenige verlässliche Informationen vor. Ihr späterer beruflicher Werdegang lässt sich dagegen deutlich besser nachvollziehen.
Nach dem Abitur besuchte sie 1975 eine Sprachenschule. Zwischen 1976 und 1981 studierte sie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Als akademische Abschlüsse werden Diplom-Volkswirtin und Diplom-Kauffrau genannt. Diese Ausbildung bildete die Grundlage für ihre spätere Arbeit in wirtschaftspolitischen Einrichtungen und Parteien.
Politische Karriere und beruflicher Werdegang
Von der SPD zur Wirtschaftspolitik
1979 trat Müller der SPD bei und engagierte sich bei den Jungsozialisten. Biografischen Darstellungen zufolge übernahm sie in Hessen das Amt der stellvertretenden Juso-Bezirksvorsitzenden. Später arbeitete sie im Umfeld des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Europäischen Gemeinschaften in Brüssel.
1985 wechselte sie zum Hessischen Landtag und war später in der Hessischen Staatskanzlei tätig. Ab 1988 arbeitete sie als Wirtschaftsexpertin in der Bonner SPD-Parteizentrale. Zu ihren Schwerpunkten gehörten die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, Beschäftigungspolitik und europäische Integration.
In den 1990er-Jahren veröffentlichte sie mehrere wirtschaftspolitische Arbeiten. Sie untersuchte unter anderem die Verantwortung der Treuhandanstalt, die wirtschaftlichen Probleme Ostdeutschlands und die europäische Währungsunion. Zeitweise war sie auch für die Friedrich-Ebert-Stiftung tätig.
Wechsel zur Linkspartei
Am 18. Juni 2005 traten Müller und Lafontaine der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) bei. Später engagierte sie sich innerhalb der Partei Die Linke, insbesondere in der saarländischen Familienpolitik.
Ihre Vorstellungen über Kinderbetreuung und Erziehungsarbeit sorgten allerdings für innerparteiliche Auseinandersetzungen. 2011 zog sie sich aus der aktiven Parteiarbeit zurück. Ob sie heute noch einer politischen Partei angehört, ist öffentlich nicht zuverlässig dokumentiert.
Christa Müller und Oskar Lafontaine: Ihre Beziehung

Wie lernten sich die beiden kennen?
Müller und Oskar Lafontaine kannten sich aus dem politischen Umfeld. Der genaue Zeitpunkt und die Umstände ihrer ersten Begegnung sind nicht ausreichend dokumentiert. Ein WELT-Bericht von April 2013 beschrieb ihre Partnerschaft rückblickend als ungefähr 25 Jahre lang. Demnach dürfte die Beziehung Ende der 1980er-Jahre begonnen haben.
1993 heirateten sie. Lafontaine war damals Ministerpräsident des Saarlandes und gehörte zu den führenden SPD-Politikern. Während seiner späteren Amtszeiten als SPD-Vorsitzender von 1995 bis 1999 und Bundesfinanzminister im Jahr 1998/1999 stand auch seine Ehefrau verstärkt im öffentlichen Interesse.
Müller beteiligte sich mit ihrer wirtschaftspolitischen Fachkenntnis an politischen Diskussionen. Ihre berufliche Tätigkeit wurde jedoch zunehmend durch die öffentliche Wahrnehmung der Karriere ihres Mannes geprägt. In späteren Interviews schilderte sie, wie schwierig es unter diesen Umständen gewesen sei, eine eigenständige berufliche Laufbahn zu verfolgen.
Gemeinsamer Sohn und Familienleben
1997 wurde ihr gemeinsamer Sohn Carl Maurice Lafontaine geboren. Müller war damals 40 Jahre alt und stellte anschließend familiäre Aufgaben stärker in den Mittelpunkt ihres Lebens. Neben der Kindererziehung kümmerte sie sich zeitweise um ihre Mutter und ihre Schwiegermutter.
Auch Lafontaines Sohn Frederic aus einer früheren Ehe gehörte zu Müllers familiärem Umfeld. In einem Interview aus dem Jahr 2013 berichtete sie von ihrer engen Verbindung zu ihm und von gemeinsamen Immobilienprojekten. Ob die beiden weiterhin zusammenarbeiten, ist nicht bekannt.
Carl Maurice Lafontaine ist heute ebenfalls mit (I)NTACT verbunden. Die Organisation führt ihn auf ihrer offiziellen Website als Schatzmeister. Über sein übriges Berufsleben und seine privaten Verhältnisse sind kaum gesicherte Angaben verfügbar.
Trennung und Scheidung
Am 12. November 2011 wurde die Trennung von Müller und Lafontaine öffentlich bekannt. Gleichzeitig bestätigte sich Lafontaines Beziehung zur Politikerin Sahra Wagenknecht. Müller äußerte sich zunächst zurückhaltend zu den privaten Veränderungen.
Am 4. Februar 2013 wurde die Ehe geschieden. Damit endete eine rund 20-jährige Ehe und eine insgesamt ungefähr 25-jährige Partnerschaft. Im April 2013 sprach Müller mit der WELT über die Trennung, ihre familiären Erfahrungen und die Neuordnung ihres Alltags.
Im Dezember 2014 heiratete Lafontaine Sahra Wagenknecht. Wie sein persönliches Verhältnis zu Müller heute ist, wurde öffentlich nicht dokumentiert. Ob die früheren Eheleute regelmäßig Kontakt haben oder gemeinsame familiäre Aktivitäten unternehmen, lässt sich daher nicht verlässlich sagen.
Familienpolitik und öffentliche Kontroversen
Ein zentrales Anliegen Müllers war die finanzielle Anerkennung elterlicher Erziehungsarbeit. Sie setzte sich für ein staatliches Erziehungsgehalt ein, das Eltern eine wirtschaftlich abgesicherte Betreuung ihrer Kinder ermöglichen sollte.
Im August 2013 erläuterte sie gegenüber dem Tagesspiegel ein Modell mit monatlich 1.600 Euro für die ersten Lebensjahre eines Kindes. Danach sollten die Zahlungen auf 1.000 Euro und später 500 Euro sinken. Dabei handelte es sich um einen politischen Vorschlag, nicht um tatsächlich eingeführte Leistungen.
Ihre Kritik an der frühen Krippenbetreuung stieß auf erheblichen Widerspruch. Innerhalb der Linkspartei gab es die Sorge, ihre Vorstellungen könnten traditionelle Geschlechterrollen verfestigen. Müller hielt dagegen, dass echte Wahlfreiheit voraussetze, auch die Erziehung zu Hause wirtschaftlich anzuerkennen. Ihre Aussagen über mögliche Entwicklungsrisiken einer frühen außerfamiliären Betreuung blieben sowohl wissenschaftlich als auch politisch umstritten.
Bücher und Auszeichnungen
Müller verfasste wirtschaftspolitische Arbeiten und Bücher, die sich mit der Erziehung von Kindern beschäftigten. Bereits 1992 erschienen Veröffentlichungen über die ostdeutsche Industrie, Beschäftigungsgesellschaften sowie die europäische Wirtschafts- und Währungsunion.
1998 veröffentlichte sie gemeinsam mit Oskar Lafontaine Keine Angst vor der Globalisierung: Wohlstand und Arbeit für alle. Dafür erhielten beide den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch.
Später erschienen Achtung Hausfrau! Ein Beruf mit Aufstiegschancen (2006) und Dein Kind will dich: Echte Wahlfreiheit durch Erziehungsgehalt (2007). Darin setzte sie sich mit gesellschaftlichen Erwartungen an Eltern sowie der wirtschaftlichen Bewertung von Familienarbeit auseinander.
Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung
1996 gründete Müller in Saarbrücken den Verein (I)NTACT, der gegen weibliche Genitalverstümmelung arbeitet. Den Anstoß gab nach ihren Angaben ein Fernsehbeitrag aus dem Jahr 1994. Bei einem Besuch in Benin 1995 wurde sie außerdem von der damaligen Präsidentengattin Viera Soglo um Unterstützung gebeten.
Die Organisation unterstützt Aufklärungs- und Schutzprojekte unter anderem in Benin, Togo, Burkina Faso, Ghana und Senegal. Sie arbeitet mit örtlichen Partnern zusammen, um Mädchen zu schützen und gesellschaftliche Veränderungen zu fördern. Von ihr gemeldete Erfolge sind als Angaben des Vereins einzuordnen; eine vollständige Abschaffung der Praxis in den betreffenden Ländern ist damit nicht belegt.
Was macht Christa Müller heute?
Auch 2026 ist Müller weiterhin Vorstandsvorsitzende von (I)NTACT. Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2026 sprach sie in einem Vereinsinterview über drei Jahrzehnte Engagement und die Herausforderungen zukünftiger Projekte.
Das Jahr 2026 markiert zugleich das 30-jährige Bestehen der Organisation. Zu ihren erklärten Zielen gehört es, die weibliche Genitalverstümmelung in weiteren Projektgebieten, insbesondere in Ghana, zu überwinden.
Zu einem möglichen neuen Partner, ihrem aktuellen Einkommen oder ihren Vermögensverhältnissen liegen keine belastbaren öffentlichen Informationen vor. Auch vermeintliche Traueranzeigen oder biografische Angaben zu anderen Personen gleichen Namens lassen sich ihr nicht ohne Überprüfung zuordnen.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Christa Müller?
Christa Müller ist eine deutsche Volkswirtin, ehemalige Politikerin und Autorin. Sie ist vor allem als Ex-Frau von Oskar Lafontaine und Gründerin des Vereins (I)NTACT bekannt.
Wie alt ist Christa Müller?
Christa Müller wurde nach biografischen Angaben am 9. Mai 1956 in Frankfurt am Main geboren. Im Oktober 2026 ist sie demnach 70 Jahre alt.
Hat Christa Müller Kinder?
Ja, Christa Müller hat mit Oskar Lafontaine einen gemeinsamen Sohn namens Carl Maurice Lafontaine, der 1997 geboren wurde.
Was macht Christa Müller heute?
Christa Müller engagiert sich weiterhin als Vorstandsvorsitzende des Vereins (I)NTACT, der sich gegen weibliche Genitalverstümmelung einsetzt.
Hat Christa Müller nach Oskar Lafontaine einen neuen Partner?
Über einen neuen Partner von Christa Müller nach ihrer Scheidung von Oskar Lafontaine im Februar 2013 liegen keine verlässlich bestätigten öffentlichen Informationen vor.
Fazit
Christa Müller war bereits vor ihrer Ehe mit Oskar Lafontaine beruflich und politisch eigenständig tätig. Ihre wirtschaftspolitischen Veröffentlichungen, ihre kontrovers diskutierten familienpolitischen Positionen und ihr jahrzehntelanger Einsatz gegen weibliche Genitalverstümmelung sind wesentliche Bestandteile ihrer Biografie.
Während sie ihr heutiges Privatleben weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit hält, bleibt ihre Arbeit für (I)NTACT dokumentiert. Besonders dieses langfristige gesellschaftliche Engagement zeigt, dass ihre Geschichte nicht allein durch ihre frühere Ehe bestimmt wird.
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