Wird Angela Merkel Bundespräsidentin? Diese Frage sorgt vor der Bundespräsidentenwahl 2027 für Diskussionen. Obwohl die frühere Bundeskanzlerin seit Dezember 2021 nicht mehr aktiv in der Politik tätig ist, wurde ihr Name als mögliche Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier genannt. Merkel hat jedoch deutlich gemacht, dass sie das Amt nicht anstrebt. Ihre Aussagen und ihre politische Vergangenheit erklären, weshalb die Spekulationen dennoch Aufmerksamkeit erhalten.
Kurzbiografie von Angela Dorothea Merkel
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Vollständiger Name | Angela Dorothea Merkel (geborene Kasner) |
| Bekannt als | Angela Merkel |
| Beruf | Politikerin, ehemalige Bundeskanzlerin und promovierte Physikerin |
| Geburtsdatum | 17. Juli 1954 |
| Alter | 72 Jahre (Stand: Oktober 2026) |
| Geburtsort | Hamburg, Deutschland |
| Nationalität | Deutsch |
| Ausbildung | Physikstudium an der Universität Leipzig (1973–1978), Promotion 1986 |
| Familienstand | Seit dem 30. Dezember 1998 mit Joachim Sauer verheiratet |
| Politische Partei | Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) |
| Politische Karriere | Bundesministerin (1991–1998), CDU-Vorsitzende (2000–2018), Bundeskanzlerin (2005–2021) |
| Bekannt für | Erste deutsche Bundeskanzlerin, 16 Jahre Regierungszeit und ihre bedeutende Rolle in der europäischen Politik |
| Bekanntes Buch | „Freiheit: Erinnerungen 1954–2021“ (2024), gemeinsam mit Beate Baumann |
Wird Angela Merkel Bundespräsidentin? Ihre klare Antwort
Angela Merkel hat eine mögliche Kandidatur für das Bundespräsidentenamt ausdrücklich zurückgewiesen. Beim WDR-Europaforum in Berlin wurde sie im Mai 2026 im Nachrichtenpodcast 0630 gefragt, welche Aufgaben sie sich nach ihrer Kanzlerschaft vorstellen könne. Auf die Möglichkeit, Bundespräsidentin zu werden, antwortete sie mit „Minus 7!“ und verwies auf ihre 16 Jahre als Regierungschefin.
Bereits im Februar 2026 hatte ihr Büro entsprechende Spekulationen dementiert. Eine Sprecherin bezeichnete die Überlegungen gegenüber dem Tagesspiegel als „abwegig“. Beide Stellungnahmen sprechen eindeutig gegen eine erneute politische Kandidatur. Eine spätere Meinungsänderung ist zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dafür gibt es bislang jedoch keine belastbaren Hinweise.
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Warum wird Angela Merkel als Bundespräsidentin gehandelt?
Auslöser der Diskussion ist die bevorstehende Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Seine zweite Amtszeit endet am 18. März 2027. Da eine unmittelbar anschließende dritte Amtszeit verfassungsrechtlich ausgeschlossen ist, müssen die Parteien eine neue Persönlichkeit für das höchste Staatsamt finden.
Im Februar 2026 berichtete die Bild-Zeitung über angebliche Befürchtungen innerhalb der CDU, die Grünen könnten Merkel als Kandidatin vorschlagen. Bestätigte Planungen gab es dafür nicht. Die Grünen-Politikerin Britta Haßelmann widersprach entsprechenden Spekulationen.
Hinzu kommt die Debatte über eine Frau im Bundespräsidentenamt. Noch nie wurde in Deutschland eine Bundespräsidentin gewählt. Merkels internationale Bekanntheit und ihre langjährige Regierungserfahrung erklären, warum ihr Name in diesem Zusammenhang auftauchte.
Frühes Leben und Herkunft
Angela Dorothea Merkel wurde am 17. Juli 1954 als Angela Dorothea Kasner in Hamburg geboren. Ihr Vater Horst Kasner war evangelischer Theologe, ihre Mutter Herlind Kasner Lehrerin. Wenige Wochen nach ihrer Geburt zog die Familie in die DDR. Ab 1957 wuchs Merkel mit ihren beiden jüngeren Geschwistern in Templin in Brandenburg auf.
Ihr Elternhaus war christlich geprägt. Gleichzeitig erlebte sie die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen des sozialistischen Staates. Diese ostdeutsche Herkunft unterschied sie später von vielen führenden Persönlichkeiten der westdeutsch geprägten Bundespolitik.
Schon während ihrer Schulzeit interessierte sich Merkel besonders für Mathematik und Naturwissenschaften. Nach dem Abitur 1973 entschied sie sich für ein Physikstudium an der Universität Leipzig.
Wissenschaftliche Ausbildung und Promotion

Von 1973 bis 1978 studierte Merkel Physik in Leipzig. Anschließend arbeitete sie am Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin. Dort beschäftigte sie sich mit theoretischer Chemie und mathematischen Berechnungsverfahren.
1986 promovierte sie mit einer Arbeit über Geschwindigkeitskonstanten chemischer Reaktionen einfacher Kohlenwasserstoffe. Bis 1990 blieb sie wissenschaftlich tätig. Ihre Ausbildung wurde später häufig mit ihrem analytischen Politikstil verbunden, erklärt ihre politischen Entscheidungen jedoch nicht allein.
Politischer Einstieg und Aufstieg in der CDU
Der politische Umbruch von 1989 veränderte Merkels beruflichen Weg. Sie schloss sich dem Demokratischen Aufbruch an und übernahm 1990 die Funktion der stellvertretenden Regierungssprecherin der letzten demokratisch gewählten DDR-Regierung unter Lothar de Maizière.
Nach der Wiedervereinigung trat sie der CDU bei und wurde in den Deutschen Bundestag gewählt. Bundeskanzler Helmut Kohl berief sie 1991 zur Bundesministerin für Frauen und Jugend. Von 1994 bis 1998 leitete sie das Bundesumweltministerium.
Nach der Wahlniederlage der Union 1998 wurde Merkel CDU-Generalsekretärin. Im Jahr 2000 übernahm sie als erste Frau den CDU-Bundesvorsitz, den sie bis 2018 innehatte. Von 2002 bis 2005 führte sie außerdem die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und entwickelte sich zur wichtigsten Oppositionspolitikerin gegenüber der Regierung Gerhard Schröder.
Angela Merkel als erste deutsche Bundeskanzlerin
Am 22. November 2005 wurde Angela Merkel zur ersten Bundeskanzlerin Deutschlands gewählt. Zugleich war sie die erste Person aus der ehemaligen DDR an der Spitze der Bundesregierung. Ihre Amtszeit dauerte bis zum 8. Dezember 2021.
Merkel führte vier Bundesregierungen mit unterschiedlichen Koalitionspartnern. Zunächst regierte sie mit der SPD, ab 2009 mit der FDP und anschließend erneut in Großen Koalitionen. International entwickelte sie sich zu einer einflussreichen Stimme der europäischen Politik.
Krisen und politische Entscheidungen
Ihre Kanzlerschaft war von mehreren Krisen geprägt. Während der internationalen Finanzkrise ab 2008 und der anschließenden Eurokrise spielte Merkel eine zentrale Rolle bei europäischen Verhandlungen über wirtschaftliche Stabilität und Finanzhilfen.
Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 beschloss ihre Regierung einen beschleunigten Atomausstieg. Besonders kontrovers blieb die Flüchtlingspolitik des Jahres 2015. Merkels Aussage „Wir schaffen das“ wurde zum Symbol ihrer Haltung, löste aber auch erhebliche politische Kritik aus.
In den letzten Regierungsjahren bestimmte die Corona-Pandemie ihre Arbeit. Gemeinsam mit den Bundesländern koordinierte sie Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Ihre Entscheidungen wurden sowohl unterstützt als auch kritisch diskutiert.
Privatleben: Ehemann und Familie
Angela Merkel war von 1977 bis 1982 mit dem Physiker Ulrich Merkel verheiratet. Nach der Scheidung behielt sie seinen Nachnamen. Am 30. Dezember 1998 heiratete sie den Chemiker Joachim Sauer, der als Wissenschaftler und Professor tätig ist.
Merkel hat keine eigenen Kinder. Joachim Sauer brachte zwei Söhne aus einer früheren Beziehung mit. Während ihrer Kanzlerschaft hielt das Ehepaar sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Aktuelle Projekte und öffentliches Leben
Nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft zog sich Merkel aus der aktiven Parteipolitik zurück. Dennoch nimmt sie weiterhin an ausgewählten öffentlichen Veranstaltungen teil und äußert sich gelegentlich zu gesellschaftlichen Entwicklungen.
Am 26. November 2024 erschien ihre Autobiografie „Freiheit: Erinnerungen 1954–2021“, die sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Beraterin Beate Baumann verfasste. Darin blickt sie auf ihre Kindheit in der DDR, ihren politischen Aufstieg und zentrale Entscheidungen ihrer Regierungszeit zurück.
Im Februar 2026 besuchte Merkel den CDU-Bundesparteitag in Stuttgart. Beim WDR-Europaforum im Mai sprach sie unter anderem über künstliche Intelligenz, soziale Ungleichheit und demokratische Verantwortung. Solche Auftritte zeigen ihre anhaltende öffentliche Präsenz, sind aber kein Hinweis auf eine geplante politische Rückkehr.
Auszeichnungen und öffentliches Ansehen
Angela Merkel erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Dazu gehören der Internationale Karlspreis zu Aachen 2008 und die amerikanische Presidential Medal of Freedom 2011.
Am 17. April 2023 verlieh ihr Bundespräsident Steinmeier das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Ausführung. Zuvor hatten unter den Bundeskanzlern nur Konrad Adenauer und Helmut Kohl diese seltene Ehrung erhalten.
Ihr politisches Vermächtnis bleibt Gegenstand unterschiedlicher Bewertungen. Unterstützer würdigen ihre internationale Erfahrung und ihren pragmatischen Regierungsstil. Kritiker verweisen auf ungelöste Probleme in der Energie-, Wirtschafts- und Migrationspolitik.
Bundespräsidentenwahl 2027: Wer folgt auf Steinmeier?
Die nächste Bundespräsidentenwahl ist für den 30. Januar 2027 im Reichstagsgebäude in Berlin vorgesehen. Die Bundesversammlung besteht aus den Bundestagsabgeordneten und einer gleich großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der Bundesländer.
Rechtlich könnte Merkel kandidieren. Artikel 54 des Grundgesetzes verlangt unter anderem die deutsche Staatsangehörigkeit, das Wahlrecht zum Bundestag und ein Mindestalter von 40 Jahren. Eine frühere Kanzlerschaft stellt kein Hindernis dar.
Bis Ende Oktober 2026 ist die Nachfolge Steinmeiers nicht entschieden. Zu den öffentlich diskutierten Persönlichkeiten gehören die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner und die hessische CDU-Politikerin Ines Claus. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht das Vorschlagsrecht grundsätzlich bei der CDU, eine endgültige Entscheidung steht jedoch aus.
Häufig gestellte Fragen
Wird Angela Merkel 2027 Bundespräsidentin?
Nach aktuellem Stand ist eine Kandidatur nicht zu erwarten. Angela Merkel hat entsprechende Spekulationen ausdrücklich zurückgewiesen.
Was sagt Angela Merkel selbst zur Bundespräsidentenkandidatur?
Beim WDR-Europaforum im Mai 2026 bewertete Merkel die Möglichkeit, Bundespräsidentin zu werden, mit „Minus 7!“ und verwies auf ihre 16 Jahre als Bundeskanzlerin.
Wann findet die nächste Bundespräsidentenwahl in Deutschland statt?
Die Bundespräsidentenwahl ist für den 30. Januar 2027 im Reichstagsgebäude in Berlin vorgesehen. Frank-Walter Steinmeiers Amtszeit endet am 18. März 2027.
Könnte Angela Merkel rechtlich Bundespräsidentin werden?
Ja. Merkel erfüllt die Voraussetzungen nach Artikel 54 des Grundgesetzes. Ihre frühere Tätigkeit als Bundeskanzlerin steht einer Kandidatur nicht entgegen.
Warum wird Angela Merkel als mögliche Bundespräsidentin gehandelt?
Ihre langjährige Regierungserfahrung, internationale Bekanntheit und die Diskussion über eine erste Bundespräsidentin führten zu Spekulationen. Eine offizielle Kandidatur wurde jedoch nicht bestätigt.
Fazit: Angela Merkel plant keine Rückkehr ins höchste Staatsamt
Die Frage „Wird Angela Merkel Bundespräsidentin?“ lässt sich nach ihren bisherigen Aussagen klar beantworten: Die frühere Kanzlerin hat eine mögliche Kandidatur ausdrücklich zurückgewiesen. Ihre Stellungnahmen vom Februar und Mai 2026 zeigen, dass sie dieses Amt derzeit nicht anstrebt.
Ihre außergewöhnliche Laufbahn erklärt das öffentliche Interesse: Von der Wissenschaftlerin in der DDR entwickelte sie sich zur ersten deutschen Bundeskanzlerin und prägte 16 Jahre lang die Politik des Landes. Heute bleibt sie eine wichtige Stimme im öffentlichen Leben, ohne erneut ein politisches Spitzenamt übernehmen zu wollen. Nach aktuellem Stand dürfte die Bundespräsidentenwahl 2027 deshalb ohne ihre Kandidatur stattfinden.
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